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2. Adventsonntag

Das Predigten und Fürbittenbuch - www.kirchenweb.at

1. Lesung: Bar 5, 1-9
2. Lesung: Phil 1, 4-6. 8-11
Evangelium: Lk 3, 1-6

 

Unser ganzes Leben ist ein Advent. Wir sind unterwegs zu einem Ziel, hin zur eigentlichen Bestimmung des Menschseins, zur letzten Gottverbundenheit und Gottesschau. Das ganze Leben ist hingeordnet auf das Zukommen Gottes, auf Gottesbegegnung, auf das Erfahren von Glück und Liebe.

In jedem "Vater unser" beten wir, dass das Reich Gottes zu uns komme. Die Initiative liegt aber nicht nur bei Gott: Auch wir sollen beitragen zum Kommen Gottes und die Wege bereiten.

Das Reich Gottes soll unter uns Wirklichkeit werden. Freilich es kann noch nicht in seiner Fülle da sein, aber es soll anbrechen, heranreifen wie ein "Senfkorn", das aus der Erde hervor wächst und emporstrebt zum Licht und dem Himmel entgegen.

Himmel und Erde sollen sich verbinden durch das Kommen Gottes und das Zutun des Menschen.

Durch die Liebe der Mutter erfährt das Kind, was es heißt, von Gott geliebt zu sein.

In der Caritas erfüllen wir nicht nur ein Gebot, eine Christenpflicht, wir kennen ein Jesuswort, das wir auf alle Nächstenliebe beziehen können:

"Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan."

Gerade auch durch die Kirche - durch das Handeln und die Gnade der Sakramente - soll die Nähe Gottes in dieser Welt schon da sein, anfanghaft, im verborgenen Zeichen.

Das sehen wir besonders bei der Eucharistie, die ja immer hingeordnet ist auf das Kommen, auf die Wiederkunft Christi, und die ja trotzdem immer schon in der Gegenwart des Auferstandenen gefeiert wird: "Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit." Und an anderer Stelle heißt es: "Komm uns zu Hilfe mit deinem Erbarmen ..., damit wir voll Zuversicht das Kommen unseres Herrn Jesus Christus erwarten". Und trotzdem: Der Herr ist schon gegenwärtig in der versammelten Gemeinde, wenn wir "in seinem Namen versammelt" sind, in verschiedenen Zeichen und vor allem in den eucharistischen Gaben, in der Gestalt von Brot und Wein.

Das Kommen Gottes im verborgenen Zeichen können Sie auf alle Sakramente beziehen: In der Taufe kommt Gott zu uns, tritt er ein in das menschliche Leben. Wir werden von der Erbsünde befreit, das heißt, dem Unheil der Sünde enthoben, hineingestellt in eine neue Wirklichkeit, auf den Weg der Erlösung gestellt und mit der Würde der Gotteskindschaft versehen. Wir dürfen jetzt schon teilhaben an der Erlösung des Herrn, leben in der Gewissheit, dass Gott uns ein ewiges Leben schenkt, ohne aber schon das Ziel dieses Lebens erreicht zu haben.

Im Sakrament der Buße, in der Beichte, kommt Gott zu uns. Gerade hier wird dem Herrn der Weg bereitet, der Abgrund der Sünde, die "Schlucht", wird "aufgefüllt" durch die Barmherzigkeit und Liebe Gottes. Das Bußsakrament versetzt uns neu in den Zustand der Gnade und lässt uns neu in der Gegenwart Gottes leben.

Im Sakrament der Firmung wird die Taufgnade bestärkt. Die Krankensalbung schenkt dem Kranken das Bewusstsein der Geborgenheit. "Durch das geweihte Amt, vor allem durch das der Bischöfe und Priester, wird sichtbar gemacht, dass Christus als Haupt der Kirche inmitten der Gemeinschaft der Gläubigen gegenwärtig ist."

In besonderer Weise trägt auch das Ehesakrament zum Kommen und zur Gegenwart Gottes bei. Das soll gerade in der Adventzeit bewusst und erlebbar werden, dass Gott in unseren Familien gegenwärtig ist. Die Familie - auch der graue Alltag - ist durch das Ehesakrament geheiligt, eine ständige Gegenwart Gottes, eine sakramentale Wirklichkeit.

Was für die Ehe und Familie als "Hauskirche" gilt, das möge auch unsere Pfarrgemeinde sein: eine Gemeinschaft in der Gegenwart Gottes, ein Ort der Erfahrung eines liebenden Gottes.

Amen.

 

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